LASH
KURZ ERKLÄRT
LASH entwickelt Zuckerbeschichtungen, die verhindern, dass wertvolle Probenmoleküle in Analysegeräten verloren gehen. Um eine Krebstherapie auf eine einzelne Person zuzuschneiden, misst man winzige Eiweißbruchstücke (Peptide) aus einer Gewebeprobe — oft in kaum nachweisbaren Mengen. In den z.T. sehr feinen Kanälen der Messgeräte bleibt davon vieles an den Wänden haften und fehlt im Ergebnis. LASH kleidet diese Kanäle mit hauchdünnen Schichten aus Zuckermolekülen aus, an denen deutlich weniger hängen bleibt. Gelingt das, liefern schon kleinste Proben verlässliche Ergebnisse — eine Grundlage für personalisierte Krebstherapien.

Visualisierung eines mikrofluidischen Kanals mit LASH-Polysaccharid-Hybridbeschichtung. Links: unbeschichtete Oberfläche mit starker Peptidadsorption. Rechts: funktionalisierte LASH-Oberfläche mit reduzierter unspezifischer Adsorption und frei suspendierten Peptiden.
Warum es LASH braucht
Personalisierte Krebstherapien beruhen auf hochsensitiven Analysen HLA-gebundener Peptide mittels Massenspektrometrie (LC-MS/MS). Da Proben und Peptide nur in winzigen Mengen vorliegen, muss die Verarbeitung möglichst verlustfrei und miniaturisiert erfolgen. In mikrofluidischen Systemen steigt jedoch das Risiko, dass Peptide an den Materialoberflächen haften bleiben und für die Analyse verloren gehen. Es braucht daher speziell entwickelte Materialien, die solche Adsorptionsverluste minimieren und die Miniaturisierung der Probenvorbereitung ermöglichen.
Wie das Projekt vorgeht?
- Beschichtungen entwickeln — biohybride, zuckerbasierte Polysaccharid-Hybridoberflächen mit chemisch definierter Funktionalisierung
- Wechselwirkungen steuern — Oberflächen so gestalten, dass molekulare Wechselwirkungen gezielt kontrolliert werden
- In Mikrofluidik integrieren — Einbau der Beschichtungen in mikrofluidische Systeme
- Unter Realbedingungen testen — Erprobung unter echten LC-MS/MS-Bedingungen
- Ausbeute verbessern — Nachweis, wie stark Peptidausbeute und Reproduzierbarkeit in immunopeptidomischen Workflows steigen
Was daran neu ist?
LASH verfolgt einen neuartigen, materialwissenschaftlich fundierten Anti-Adsorptions-Ansatz, der sich klar von herkömmlichen Polymerbeschichtungen unterscheidet. Ziel ist es, Oberflächenbeschichtungen zu entwickeln, die reproduzierbar herstellbar, mikrofluidisch kompatibel und direkt für die Probenvorbereitung zur Peptidanalyse mittels Massenspektrometrie optimiert sind
Im Erfolgsfall ermöglicht LASH empfindlichere Diagnostik bei minimalem Probenmaterial und erhöht die Robustheit personalisierter medizinischer Verfahren. Gleichzeitig stärkt das Projekt Deutschlands Position bei funktionalen Hochleistungsmaterialien und mikroanalytischen Technologien und eröffnet neue Transfer- und Marktchancen in der Präzisionsmedizin.
Wer arbeitet mit?
Surflay Nanotec GmbH
Projektleitung und Gesamtkoordination; Integration der Beschichtung in die Mikrofluidik, Entwicklung von Testsystemen sowie Entwicklung eines Demonstrators gemeinsam mit Immatics.
Hahn-Schickard gGmbH
Integration in mikrofluidische Systeme und Erprobung unter realen LC-MS/MS-Bedingungen
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Makromolekulare Chemie
AG Hartmann: Synthese und chemisch definierte Funktionalisierung der Polysaccharid-Derivate.
AG Schmidt: Physikalisch-chemische Oberflächenanalytik zu Morphologie und Peptidadhäsion — AFM, Colloidal Probe AFM, konfokale Raman-Spektroskopie.
Immatics Biotechnologies GmbH
Einbringen der Anforderungen aus realen immunopeptidomischen Workflows und Bewertung der beschichteten Systeme an anwendungsnahem Probenmaterial