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HYBiRD

KURZ ERKLÄRT

HYBiRD entwickelt spezielle Biotinten, mit denen sich Haut- und Knorpelgewebe drucken lassen. Das Ziel: neue Materialien, die im 3D-Drucker verarbeitet werden können und im Körper sicher und gut verträglich sind. Gelingt das, könnten künftige Therapien für Haut- und Knorpelschäden entstehen — mit weniger Tierversuchen bei der späteren Anwendung.

Biodruck eines komplexen Gewebemodells: kombinierter Druck eines zellfreien Calciumphosphat-Knochenzements mit Kern-Mantel-Strängen aus humanen Endothelzellen (Kern) und Osteoblasten (Mantel), fotografiert eine Woche nach dem Druckprozess.

Bildnachweis: S. Liu et al., TU Dresden

Warum es HYBiRD braucht?

3D-Biodruck gilt als große Hoffnung für Gewebeersatz in Medizin und Forschung. Trotzdem gibt es bis heute keine einzige klinisch zugelassene Biotinte — verfügbare Materialien sind oft nicht stabil, nicht biokompatibel oder nicht in klinischer Qualität verfügbar genug. Genau diese Lücke schließt HYBiRD mit neuartigen Biotinten auf Basis hochreiner Hyaluronsäure und Alginate.

Wie das Projekt vorgeht?

  • Biopolymere entwickeln — hochreine Hyaluronsäure- und Alginat-Derivate mit gezielt steuerbaren Vernetzungseigenschaften
  • Biotinten formulieren — Viskosität, Fließverhalten und Gelierung werden für den 3D-Druck optimiert
  • Biokompatibilität testen — zellbiologische Prüfung mit humanen Haut- und Knorpelzellen
  • Anwendung validieren — 3D-Druck von Gewebekonstrukten, getestet im Schweinemodell (Haut) und Organmodell (Knorpel)
  • Daten teilen — alle Ergebnisse FAIR-konform aufbereitet für die Plattform MaterialDigital

Was daran neu ist?

Die neuen, chemisch modifizierten Hyaluronsäure- und Alginatderivate liegen in hochreiner, klinisch relevanter Qualität vor und lassen sich gezielt für stabile, biokompatible Vernetzungsreaktionen einsetzen. Alle verwendeten Biopolymere sind zudem nicht-tierischen Ursprungs — das unterstützt ethische und ökologische Ziele gleichermaßen.

Gelingt die Entwicklung, stehen klinisch einsetzbare Biotinten für neue Behandlungen bei Haut- und Knorpelschäden zur Verfügung — mit weniger Tierversuchen und einer gestärkten Position Deutschlands im wachsenden Bioprinting-Sektor.

Wer arbeitet mit?

Koordination · Hyaluronsäure · Alginate

Bereitstellung und chemische Modifikation hochreiner Hyaluronsäure- und Alginat-Biopolymere

Bioprinting · Biotinten · Validierung

Bioprinting, Formulierung der Biotinten und zellbiologische Testung am Centre for Translational Bone, Joint and Soft Tissue Research sowie Validierung im Tier- und Organmodell