Zum Hauptinhalt springen

ProtecKD

KURZ ERKLÄRT

ProtecKD erforscht ein neuartiges Sensormaterial für ein tragbares Handgerät, das chemische Kampf- und Gefahrstoffe direkt aus der Luft erkennt und unterscheidet. Maßgeschneiderte biohybride Peptide mit Farbstoffen reagieren gezielt auf gefährliche Gase — Einsatzkräfte erhalten so schnell, mobil und zuverlässig eine klare Warnung vor Ort.

ProtecKD: Biohybride Sensormaterialien in einem tragbaren Fluoreszenz-Handgerät zur frühzeitigen Detektion chemischer Kampf- und Gefahrstoffe.

Quellenangabe: ©Fraunhofer ISC

Warum es ProtecKD braucht

Chemische Kampf- und Gefahrstoffe wie Sarin, S-Lost oder Chlorpikrin können schon in kleinsten Mengen tödlich wirken — meist farb- und geruchlos, werden sie oft erst erkannt, wenn bereits gesundheitliche Schäden entstanden sind. Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Militär brauchen daher einfach bedienbare, mobile Geräte, die solche Stoffe vor Ort schnell und zuverlässig ohne hohe Fehlalarmrate erkennen. Bisherige Verfahren sind entweder ungenau (Teststäbchen, Prüfröhrchen) oder nur in Speziallaboren einsetzbar (Massenspektrometrie).

Wie das Projekt vorgeht?

  • Biohybride Peptide entwickeln — maßgeschneiderte Peptide mit Farbstoffen, die als „molekulare Schalter“ gezielt mit Kampfstoffen reagieren
  • Suprapartikel aufbauen — Einbettung der Peptide in ein Gerüst aus synthetischen Nanopartikeln (z. B. Silica) zu stabilen, trockenen Sensorpartikeln
  • Lab-on-a-Chip integrieren — mehrere Sensorfelder in einem Chip vereinen; optische Messung mit LEDs und empfindlichen Detektoren
  • Auswerten & Testen — Algorithmen und maschinelles Lernen erkennen die Fluoreszenzmuster; Validierung mit echten Kampfstoffen unter realitätsnahen Bedingungen
  • Daten digitalisieren — strukturierte, maschinenlesbare Erfassung aller Material- und Messdaten, angebunden an die Initiative „MaterialDigital“

Was daran neu ist?

Neu ist die Kombination biologischer Erkennungseinheiten (Peptide) mit anorganischen Nanopartikeln zu stabilen, trockenen und hochfunktionalen Suprapartikeln. Chemisch gezielt aufgebaute Peptide wirken als „molekulare Schalter“ mit hoher Selektivität, während die fluoreszenzbasierte Messung und optimierte Sensorgeometrie im Lab-on-a-Chip hohe Sensitivität ermöglichen — getestet mit echten Kampfstoffen. Eine durchgängige Digitalisierung bindet alle Daten an die Initiative „MaterialDigital“ an.

Gesellschaftlich und wirtschaftlich bedeutet das besseren Schutz von Bevölkerung und Einsatzkräften, Entlastung spezialisierter Labore und kürzere Reaktionszeiten im Ereignisfall. Das Sensorkonzept ist auf weitere Felder übertragbar — Umweltüberwachung, industrielle Sicherheit, toxische Industriechemikalien oder Explosivstoffe — und stärkt Deutschlands Position bei Sicherheitstechnologien und digitaler Materialforschung.

Wer arbeitet mit?

Koordination · Nanopartikel · Digitalisierung

Projektkoordination; Entwicklung der Nanopartikel und Suprapartikel sowie durchgängige Digitalisierung der Material- und Messdaten

Peptidsynthese

Synthese der maßgeschneiderten biohybriden Peptide, die als molekulare Schalter auf Kampfstoffe reagieren

Handgerät · Messtechnik · Software

Entwicklung des tragbaren Detektionsgeräts, der optischen Messtechnik und der auswertenden Software

Realtests · ABC-Schutz

Test und Validierung mit echten Kampfstoffen unter realitätsnahen Bedingungen (ABC-Schutz)